Doro GeorgVerstandArbeitsprobenMutKansas
 
All he believes are his eyes
And his eyes, they just tell him lies.

Bob Dylan



Mein Design-ABC (sollten Sie unbedingt lesen, wenigstens bis zum Buchstaben U):

Alternativ. Alternatives Design überzeugt anstatt zu überreden. Behauptet sich gegen die schrille, laute Marktschreierei der Botschaftenflut durch eine prägnante visuelle Sprache, mit präzisem und ausdrucksstarkem (visuellem) Vokabular.

Bild. Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte. Und noch einmal viele 1.000 Worte mehr mit dem, was zwischen den Zeilen steht. Daher sind wir verantwortlich für die Bilder, die wir vorgeben. Und noch viel mehr für die Bilder, die wir unsichtbar, bzw. unterbewusst erzeugen.

Copy. In Verbindung mit Paste eine der wohl meist genutzten Tastenkombination. Bei dem Gestalter mit dem Äpfelchen ist es auch nicht anders. Macht aber nur Sinn, wenn man kopierte Inhalte mit Verstand einfügt, und nicht Plagiate voller heißer Luft.

Design. Kann viel mehr bewirken als eine bloße Illusion. Design kann lehren, inspirieren, anregen. Design kann Werte in Frage stellen und Werte schaffen. Design kann informieren und identifizieren. Eben tatsächliche und wahre Kommunikation - visuell in beide Richtungen.

Ethik. Ein leider fast schon verlorener Wert in der lauten Welt von Werbung & Design. Sex sells, Geiz ist Geil und unsere Westen wurden noch nie weißer gewaschen. Geiz ist aber nicht geil. Weniger ist mehr. Und dem ethisch Korrektem ist von vorneherein ein gewisses Maß an Schönheit inhärent.

Fundsache. Gesucht - gefunden. Der kreative Prozess nach der Sache gerecht werdenden Lösung ist nicht ganz so einfach. Wirklich fündig wird man nur, wenn man Vorschläge und Alternativen gezielt selektiert anstatt zahllose Möglichkeit zu erfinden.

Größe. Wahre Größe ist Betrachtungssache. Lernten wir als Kinder schon von Jim Knopf. Was groß erscheint, ist beim näheren Hinsehen oft ganz schön mickrig. Und was wenig erscheint, ist dann auf einmal viel mehr.

Herz. Kein Herz schlägt ohne den dazugehörigen Kreislauf. Zu meinem Kreislauf gehören neben der funktionierenden Blutzirkulation genauso lebensnotwendig der Mut und der Verstand, ohne die das System Dorothy schon längst kollabiert wäre. Über als auch unter dem Regenbogen.

Intelligenz. Heutzutage leider viel zu oft künstlich. Das Denken wird uns abgenommen, die Verantwortung überlassen wir lieber anderen und die Konsequenzen unseres Handelns dürfen die tragen, die nach uns kommen. Aber: (Mit)denken macht Spaß!

Ja. Steht gerne vor dem Komma in Verbindung mit dem Wort ABER. Mir sind ein klares JA und ein eindeutiges NEIN lieber, ohne ein ABER. Dafür mit Begründungen und Argumenten, bei denen man mit einem JA oder NEIN leben und lernen kann.

Kreativität. Die kann man herrlich auf dem unendlichen Spielplatz des Designs austoben. Man sollte nur aufpassen, dass andere sich nicht über den Lärm beschweren, der beim Toben entstehen kann.

Lifestyle. Ein Unwort, wenn nicht gar das Unwort. Während Lifestyle für uns das Rasen mit SUV-Karren inklusive Hirschfängern auf den platten Landstraßen des Großstadtdschungels bedeutet, heißt Lifestyle für den Rest der Weltbevölkerung Hunger, Durst, Krankheit, Landminen, Zerstörung...

Medienspektakel. Ist laut Duden umgangssprachlich. Danach folgt direkt das Wort Medikament. Könnte man deuten: Die Medien als Neuzeit-Psychopharmaka mit vielen bunten Bildern, die uns glücklich machen (sollen), aber stattdessen unseren Geist nur dämpfen. Pro Prozac.

Nachhaltigkeit. Design ist dann gelungen, wenn es nachhaltig wirkt und lebt. Wenn seine Botschaft durch Qualität, Inhalt und Wert in unserer Welt der kurzlebigen Konsumgüter diese selber überdauert. Und nächste Generationen vorausschauend berücksichtigt.

Ökologie. Ökologie ist die Beziehung der Lebewesen zueinander und zu ihrer Umwelt. Nichts existiert getrennt voneinander. Intelligente und bewusste Gestaltung sollte das Gleichgewicht der Ökologie bewahren oder wieder herstellen, es aber nie zerstören.

Potzblitz. Stellen Sie sich an dieser Stelle bitte statt des Punktes ein Ausrufezeichen vor. Und eine Schrift, die Ihnen Heureka in das Kleinhirn einbrennt. In den Farben, die Ihnen den Leitfaden der Idee auf die hintere Netzhaut tätowieren.

Qualität. Liegt im Auge des Betrachters. Deshalb sollte intelligentes Design das Auge des Betrachters verschärfen, die Sehhilfe für die Detailansichten sein. Damit klar und eindeutig wahrgenommen wird. Und die Lebensqualität zunimmt.

Reklame. Ein ungerecht behandeltes Wort. Im ursprünglichen Sinne Einspruch, Widerspruch und vor allem Anspruch. Also legen wir Einspruch gegen diese Ungerechtigkeit ein, widersprechen der schlechten Reklame und zeigen unsere Ansprüche an guter.

Sprache. Die Sprache des Designs sind die Zeichen und Bilder, welche unserer Umwelt Bedeutung geben. Die Vokabeln sind die Form, die Gestaltung, die Farben. Die Grammatik dieser Sprache setzt die Vokabeln in einen aussagerichtigen, eindeutig zu verstehenden Zusammenhang.

Tatsachen. Statt Schönfärberei und Augenwischerei sollte sich gutes Design auf Tatsachen berufen, Tacheles reden und Tangenten als Berührungspunkte schaffen. Intelligentes Design zeigt keine Schwächen, sondern bringt die Stärken gebündelt auf einen Punkt: Als Bild, welches klar kommuniziert.

Urteil. Bevor Sie sich Ihr Urteil über mich machen, sollten Sie die restlichen Buchstaben noch lesen (sind ja nicht mehr viele), sich meine Arbeitsproben angeschaut (sind viele) und mich (nur eine) während eines persönlichen Gesprächs kennengelernt haben.

V-Eigenschaften. Variabel, verständlich, verantwortungsbewusst, vehement, veranschaulichend, verblüffend, vereinend, vernünftig, versiert, verausgabend, vertiefend, verwirklichend, verzahnend, vielversprechend, visionär, vorbildlich ...

WYSIWYG. What you see is what you get. Na, wenn das nicht das ein oder andere Mal zu großer Enttäuschung führt. Womit wir dann wieder bei Bob Dylan angelangt werden und den Augen, die sich so gerne belügen und betrügen lassen.

X. Die unbekannte Größe X. Der berühmte Mr. X. Die noch berühmtere Generation X. Das teure X für ein U. Die unsäglichunerträglichen X-Files und das Aktenzeichen XY ungelöst. Die krummen X-Beine. Das verkitschte X-mas. Das könnte man jetzt X-beliebig fortsetzen. In X-fachen Varianten.

Yippie-ja-yeah. Riefen die Leute von der Shiloh Ranch, wenn sie nach einer Stampede die Rinderherde wieder unter Kontrolle hatten. Bei mir einfach nur ein Schrei der Freude, wenn ein Job ein gutes und erfolgreiches Ende genommen hat.

Ziel. Ganz bewusst kein Start-Ziel-Sieg. Sondern in wohl überlegten Etappen. Erst eine mich fordernde Aufgabe finden, die zu mir passt und die ich ausfüllen kann. Dann viel lernen und gelerntes leben. Alles Weitere ergibt sich dann hieraus.